Jeder kennt Rafting. Aber was ist Hidro Speed? Die Vorraussetzungen sind ähnlich. Man braucht einen Fluss mit ordentlichem Gefälle und Stromschnellen, die es zu bezwingen gilt. Und hier kommen wir zum Unterschied: Man lässt das Boot zuhause. Stattdessen bekommt man Flossen an die Füße und einen großen Schwimmer aus Styropor.

Mit dicken Neoprenanzügen, die an den Knien und Ellbogen extra gepolstert sind, steigt man ins ruhige, circa fünf Grad kalte Wasser. Zunächst erklärt der Guide ein paar grundlegende Kniffe: Wie handhabt man den Schwimmer, was ist zu tun, sollte man kippen, oder auch wie schwimmt man bestmöglich von A nach B. Alles einfach, ist man zu diesem Zeitpunkt noch überzeugt.
Auf dem entspannt dahinfließenden Fluss lässt es sich so wunderbar gemütlich treiben, auch wenn man mit den Flossen schon etwas mehr als geplant arbeiten muss. Sollte das etwa hier noch anstrengend werden? Der Fluss der Kategorie 2-4 (Einteilung der Schwierigkeitsgrade von Wildwasserflüssen 1-5) zeigt einem schon bei der ersten kleinen Schnelle, dass die Geschichte kein Selbstläufer wird. Die komplette Gruppe dreht sich gleichermaßen planlos und freudig um die eigene Achse und kann direkt das antrainierte Drehen des Schwimmers in Aktion anwenden. Die vom vorausschwimmenden Guide vorgegebene Linie wird auch eher mäßig eingehalten. Der zweite Guide, der der Gruppe in einem Boot folgt, sollte einer mal aus dem Wasser wollen, hat den besten Blick auf das dilettantische Treiben und amüsiert sich köstlich.
Kaum hat man die kleinen Stromschnellen im Griff, bietet einem der Fluss schnell größere an. Zu dieser Herausforderung gesellt sich das eigenartige Gefühl, hundert Meter vor sich zu sehen, dass der Fluss zwei bis drei Meter tiefer weiter fließt, aber keine Ahnung zu haben, wie er diese Differenz hinter sich bringt. Immer wieder wirbelt es uns ordentlich umher, auch die geschicktesten Mitstreiter kippen und drehen sich samt Schwimmer um die eigene Achse. Man hat aber nie den Eindruck, dass es richtig gefährlich würde oder man gänzlich die Kontrolle verliere.
In jedem Fall ist man gut beschäftigt, so dass in der rund einstündigen Tour kaum Zeit bleibt, die traumhafte Umgebung zu betrachten. Aber dafür ist ja auch niemand ins Wasser gestiegen. Bis auf zwei Damen, denen die Geschichte letztlich doch etwas zu rasant verläuft, hat die achtköpfige Gruppe einen Riesenspaß und freut sich, um so steiler und schneller es den Fluss hinunter geht.
Kurzum: Für alle, die Freude an Rafting haben, ist Hidro Speed eine sensationelle und recht preiswerte Alternative (20.000 Pesos bzw. 26 Euro/Kopf). Das regenreiche Pucón zählt hierbei zu den wenigen Orten auf der Welt, an denen man dies nahezu ganzjährig erleben darf. Und gerade, wenn das Wetter einmal nicht mitspielt, ist dieses Programm optimal. Denn nass wird man so oder so.
Bilder in Aktion folgen!