Alles, was ich bisher gelesen habe, deutet leider darauf hin, dass wir Patagonien, also auch den Torres del Paine Nationalpark, von unserer Liste streichen müssen. Viele Unterkünfte sind im Mai geschlossen, die Straßen teils witterungsbedingt gesperrt. Das müssen wir vertagen. (Erste Planungen einer Unwissenden. München, Januar 2016)
Klar nehmt ihr Patagonien und den Torres del Paine mit rein. Es ist schon ein bisschen frisch, um die 0 Grad, aber wirklich super schön. Wandern muss vielleicht nicht mehr sein, da die Unterkünfte im Park geschlossen sind. Aber macht doch einfach eine Bustour für einen ersten Eindruck. (Empfehlung eines versierten Patagonien-Guides. Santiago, 14. Mai 2016)
Ihr wollt wandern? Klasse Idee. Jetzt ist in jeder Hinsicht die perfekte Jahreszeit dazu. Das Wetter ist stabil und es ist nichts mehr los. Gegen die Temperaturen kann man sich einpacken. Wie viel Zeit habt ihr? Flexibel? Noch besser. Dann würden wir euch vorschlagen, dass ihr euch mit der W-Route den Klassiker vornehmt. Fünf Tage, vier Nächte, da habt ihr alle Highlights mit drin. (Empfehlung von den Experten von Erratic Rock. Puerto Natales, 17. Mai 2016)
Ja gut, wenn das so ist. Auf geht’s! (19. Mai 2016)
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7.30 Uhr. Langsam weicht die Dunkelheit. Die letzten Sterne trotzen dem keimenden Tageslicht, die Luft ist glasklar und es ist klirrend kalt. Es verspricht ein wunderschöner Tag zu werden, der erste, seit wir in diesem Breitengrad angekommen sind. Voller Vorfreude steigen wir mit einem weiteren Gast aus unserem Hostel in den Minibus, der uns bequemer Weise vor der Haustür einsammelt. Da an diesem Tag noch mehr als 16 Kilometer Fußweg zu unserem ersten Nachtlager anstehen, die man mit kompletten Gepäck – das heißt Zelt, Schlafsack, Isomatte und Essen für 5 Tage – bestreitet, wären die 800 Meter zum Busbahnhof nun wirklich auch zu viel des Guten gewesen.
Nach zwei Stunden Fahrt durch eine karge Landschaft, die am Horizont immer eindrucksvollere Hügel- und Bergketten wachsen lässt, erreichen wir den Eingang zum Torres del Paine Nationalpark. Namensgeber und Wahrzeichen sind die zwischen 2.600 und 2.850 Metern senkrecht in den Himmel aufragenden Türme des Torres del Paine Massivs. Der Name bedeutet in der Sprache der Tehuelche-Indianer so viel wie „die Türme des blauen Himmels“, wobei dieser wohl alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Gerade in den hiesigen Sommermonaten lassen heftige Winde das Wetter rasant umschlagen, viel Regen, auch Schnee und Minusgrade sind da keine Seltenheit. So gilt die Regel, sich auf vier Jahreszeiten an einem Tag einzustellen.
An der Registrierstelle Laguna Amarga angekommen blinzeln wir Glücklichen in jedem Fall einem satt blauen Himmel entgegen. Die Sonne ist auch in der Lage, die frostigen morgendlichen Temperaturen abzumildern und unser nun auf fünf Köpfe angewachsenes Grüppchen etwas zu wärmen. In der Hochsaison ist es gut möglich, sich hier in eine Schlange aus Hunderten einzureihen: So wurden zwischen Oktober letzten und März diesen Jahres stolze 300.000 Besucher verzeichnet, die vornehmlich wandernd in Ein- und Mehrtagestouren oder alternativ in Busexkursionen den Park erkundet haben.
Wir erhalten unsere Tickets sowie einige knappe Instruktionen in Spanisch in Windeseile und steigen in einen weiteren Bus, der uns einmal quer durch den Park zum Ausgangsort unserer Wanderung, dem Centro de Administración, bringt. Der nun überwiegend mit Tagesausflüglern (ebenfalls nur zwei Handvoll) besetzte Bus stoppt an allen zentralen Ausblickspunkten, so dass wir unser „Zuhause“ für die nächsten vier Tage noch in seiner ganzen imposanten Schönheit bestaunen und fotoseitig festhalten können. Immer wieder springt ein Guanako, das im südlichen Lateinamerika beheimatete Lama, durch die Kulisse. Ein bisschen wie von Bob Ross gemalt.

Entspanntes Warmlaufen zum ersten Nachtquartier
Tag 1_Route: Centro de Administración – Campamento Paine Grande. Distanz: 16 Kilometer. Mit Sack & Pack. Ca. 4-5 Stunden.
Endlich geht es los. Motiviert schnallen wir uns die Rucksäcke auf und marschieren, mittlerweile zu sechst, der Sonne entgehen. Bis auf einige kleinere Hügel und Steigungen im letzten Drittel der ersten Tagesetappe startet die Tour sehr versöhnlich und verlangt uns, für die sowohl mehrtägiges Trekking als auch das Wandern mit vollem Gepäck Neuland sind, nicht allzu viel ab. Ebenso ist das Risiko, sich zu verlaufen, nicht existent. Die komplette W-Route ist mit orangen Wegmarkierungen in Form von Stöcken oder Punkten an Bäumen unübersehbar gekennzeichnet.
So bleibt genug Luft zum Genießen: Zunächst laufen wir durch flaches Land, das von Büschen und Sträuchern geprägt ist, nach wenigen Kilometern werden wir vom milchig-grauen Rio Grey zu unserer Linken begleitet. Die wenigen kleinen Laubbäume und Büsche sind in tiefen, warmen Herbsttönen eingefärbt, so dass sich dunkelrote und orange Farbkleckse wunderschön gegen das Ocker der Graslandschaft und das Blau des Himmels absetzen. Und warm ist mittlerweile auch die Luft: Beim Start mit vier Schichten, inklusive Flies und leichter Daunenjacke, Handschuhen, Mütze und Schal gegen den befürchteten Erfrierungstod gewappnet, weiß man nach wenigen Minuten gar nicht mehr wohin mit den abgelegten Kleidungsstücken.
Das kulissenseitige Highlight liegt nahezu permanent vor uns: Wir nähern uns von Süden dem südwestlichen Teil des Massivs, so dass vor allem der Cerro Paine Grande (3.050 Meter) und die markanten, quergestreiften Cuernos del Paine (2.600 Meter) vor unseren Augen in die Höhe wachsen. Wir selbst spazieren gerade einmal auf einer Höhe zwischen 50 und 150 Metern über dem Meeresspiegel entlang. Die erste größere Steigung wird vom Ausblick vom Mirador Pehoé belohnt, der oberhalb des gleichnamigen Sees liegt, an dem sich mit dem Campamento Paine Grande auch unser erstes Nachtquartier befindet.
Auf den letzten Kilometern zeigt sich ein bizarres Bild, die Bäume sind verbrannt und recken ihre grau-schwarzen Skelette in den Himmel – ein Anblick, der uns etappenweise auch noch am zweiten Tag begleitet. Ein verheerender Brand über den Jahreswechsel 2011/2012 hatte 14.000 Hektar Wald zerstört, nur langsam erholt sich die Natur von der Heldentat eines Wanderers, der Toilettenpapier verbrennen wollte.
Eineinhalb Stunden später erreichen wir bei hereinbrechender Dunkelheit – auch ein wenig dankbar, es geschafft zu haben – den Campingplatz, auf dem verstreut gerade einmal sieben bis acht Zelte stehen. Im Handumdrehen steht auch unsere Bleibe, was nach der obligatorischen Trockenübung im Park gegenüber unseres Hostels, die die Jungs und Mädels von Erratic Rock sinniger Weise beim Verleih jedem abverlangen, ein Kinderspiel ist. Mit einem Augenzwinkern hieß es, dass man in der Lage sein sollte, sein Zelt auch bei Sturm, Wind und Schneegestöber aufzubauen. Erbauliche Aussichten.
19 Uhr. Abendessenszeit. Essen unterliegt bei derartigen Exkursionen anderen Kriterien als in festen vier Wänden. Es muss 1. gewichtstechnisch leicht, 2. schnell und einfach zuzubereiten und 3. nahrhaft sein. Den Kräftigen und Superfitten steht es natürlich frei, kiloweise kulinarische Köstlichkeiten durch den Park zu schleppen, wir sind der Empfehlung „keep it easy“ gefolgt. So besteht unser Menü aus Instant-Nuddelsuppen am Morgen, Nüssen und Schokolade über den Tag hinweg (so ungeniert tafelweise genießt man Schokolade nur selten) sowie Reis am Abend (immerhin die Geschmacksrichtungen variieren von Tag zu Tag). Da Hunger ja immer noch der beste Koch ist, schmeckt es wunderbar und macht satt.
21 Uhr. Die Reihen im Aufenthaltsraum, der im Mai alleinig in diesem Campamento zur Verfügung steht, lichten sich bereits. Man könnte ja meinen, nach einer derartigen Anstrengung überfällt einen komagleicher Schlaf. Weit gefehlt. Die harte Matte lässt den Matrazen-verwöhnten Körper nur stundenweise zur Ruhe kommen, auch der Wind pfeift energisch um unser Zelt. Die am meisten gefürchtete Komponente, die nächtlichen Minusgrade sind erstaunlicher Weise noch das geringste Problem. Mit Mütze auf dem Kopf und einer mit heißem Wasser gefüllten Trinkflasche im Schlafsack lässt sich die Nacht wirklich gut überstehen.
Ewiges Eis küsst See. Tageswanderung zum Glaciar Grey
Tag 2_Route: Campamento Paine Grande – Lago Grey & Glaciar Grey (und zurück). Distanz: 23 Kilometer. Mit Tagesgepäck. Ca. 7-8 Stunden.
Mit dem Ziel, möglichst viel vom Tag zu haben, kriechen wir schon um 7 Uhr aus unserem Zelt. Auch wenn Vollmond ist, sind Stirnlampen unverzichtbar, um seine sieben Sachen fürs Tagesgepäck zusammenzusuchen – der Rest verbleibt einfach im Zelt – und natürlich auch den Weg zu finden. Einmal entdeckt gewinnen wir auf dem links und rechts von Steinwänden gesäumten, gemütlichen Pfad schnell an Höhe, während sich hinter unseren Rücken der dunkle Nachthimmel immer mehr Lila-Pink färbt.
Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir die erste Anhöhe und blicken auf die Laguna Los Patos. Der Horizont ist von schneebedeckten Gipfel gesäumt, der Himmel wolkenfrei. Ein Kordillerenadler zieht langsam seine Kreise und es ist mucksmäuschenstill. So wandern wir einsam und ein wenig ehrfürchtig vor der schönen Natur und der Stille oberhalb des kleinen Sees entlang, passieren eine Waldpassage und gelangen zum riesigen Lago Grey. Hier fallen sofort die Eisbrocken ins Auge, die in grellem Eisbonbon-Blau im Wasser treiben und den Grey-Gletscher, das Ziel unserer heutigen Wanderung, ankündigen.
Vom höchsten Punkt der Wegstrecke, dem Mirador Grey, ist dann der Blick frei: Der Gletscher strömt von Norden in den See und umarmt gewissermaßen zwei kleine Inseln. Umrahmt wird das Ganze von Schnee gekrönten Bergen. Das wollen wir uns natürlich noch aus der Nähe ansehen und wandern in einer weiteren Stunde entspannt zum geschlossenen Refugio Grey hinunter. Von dort ist es noch ein halber Kilometer, bevor man vor der Wand aus Eis steht, das in circa 200 Meter Entfernung in den See hineinfließt. Was ein schönes, kaltes Farbspiel! Wunderbar kontrastiert durch die warmen Herbsttöne des Laubs.
Unser morgendlich geschmiedeter, etwas zu ambitionierter Plan, nach den 23 Tageskilometern noch zum Campamento Italiano weiterzulaufen und damit noch 7,5 Kilometer mehr zurückzulegen, kommt nach unserer Rückkehr am späten Nachmittag nicht noch einmal zur Sprache. Müde und zufrieden widmen wir uns stattdessen dem Abendessen: Heute gibt es Reis in der Geschmacksrichtung Campesino.
Gletscher, gestreifte Hörner und viel Gebläse
Tag 3_Route: Campamento Paine Grande – Campamento Italiano – Valle de Francés / Mirador Britanico – Campamento Los Cuernos. Distanz: 24 Kilometer; 11 km mit Tagesgepäck, 13 km mit Sack & Pack. Ca. 9-10 Stunden.
Wir dachten ja, die erste Nacht sei windig gewesen. Schnell werden wir eines Besseren belehrt: Kontinuierlich flackern unsere Zeltwände im Wind, lediglich unterbrochen von noch heftigeren Böen. Die Witterungslage hat sich auch nicht sehr verändert, als wir morgens um 6.30 Uhr (wieder einmal) die Augen aufschlagen, in die dunkle Nacht hinaus kriechen und unser Zelt zusammenpacken.
Die erste Tagesetappe führt uns in leichtem Auf und Ab über Grasland weiter nach Nordosten zum Lago Sköttsberg, wo sich im Morgengrauen ein hübsches Schauspiel zeigt: Der Wind wirbelt die Gischt über dem See auf und lässt sie Pirouetten tanzen. Allerdings bewegt er auch uns immer wieder etwas mehr als uns lieb ist, so dass wir mit den Rucksäcken von der ein oder anderen Windböe gepackt ins Torkeln geraten. Die Wanderstöcke erweisen hier gute Dienste, um senkrecht zu bleiben. Das kann ja heiter werden… Doch als wir das Campamento Italiano am Fuße des Valle del Francés erreichen, wo wir unsere Rucksäcke zurücklassen, flaut der Wind ab und die Himmel lichtet sich weiter. Timing ist alles.
Das Valle del Francés zählt fraglos zu der Highlights der fünftägigen Tour. Links blickt man zunächst auf einen verschneiten, teils von Gletschern überzogenen Cerro Paine Grande, rechts kommen die wie von abstrakter Künstlerhand geformten Cuernos del Paine immer mehr aus den Wolken hervor. Dreht man sich um, breitet sich der tiefblaue Lago Nordernskjöld aus. Je näher man dem Tagesziel, dem Mirador Británico, kommt, desto imposanter wächst das Poutpourri an Steinformationen vor einem, das wir nun auch bei bestem Wetter genießen können. Am schattigen Aussichtspunkt verweilen wir aber nur kurz, da es ordentlich frisch ist und sich auch der Wind zurückmeldet.
Zudem stehen ja noch fünf Kilometer Abstieg sowie weitere fünf Kilometer an, um zu unserem Nachtquartier zu kommen. Während uns im Valle del Francés noch drei, vier weitere kleinere Truppen begegnet sind, sind wir auf dem Weg zum Campamento Cuernos mit unserer Gruppe allein. Auch den Campingplatz, wo wir bei Dunkelheit unsere Zelte aufstellen, haben wir ganz exklusiv für uns. Dennoch verziehen wir uns schnell in unsere Schlafsäcke, die Außentemperaturen laden einfach wenig zum Verweilen ein.
Von der Sonne begleitet hinauf zum Fuße der Torres
Tag 4_Route: Campamento Los Cuernos – Campamento Torres. Distanz: 18 Kilometer. Mit Sack & Pack. Ca. 7-8 Stunden
Ein frostiger, dafür wunderschön klarer Morgen empfängt uns, als wir im grauen, ersten Tageslicht aus unseren Zelten krabbeln. Mit der obligatorischen Nudelsuppe gestärkt wandern wir bei schönstem Sonnenschein am grell blauen Lago Nordenskjöld, der nach einem schwedischen Geologen benannt wurde, entlang. So gestalten sich die ersten zehn Kilometer ohne größere Steigung und Anstrengung, bis wir in Richtung Campamento Chileno abbiegen. Hier gilt es nun, zunächst ordentlich Höhe zu gewinnen, um darauf wieder ins Tal hinabzusteigen.
An diesem Punkt trennt sich unsere Gruppe. Während es der Rest vorzieht, im Campamento Chileno zu nächtigen – eine Tür ist nur angelehnt und man plant, im Refugio zu schlafen -, um morgendlich im Dunklen die vier Kilometer bis zu den Torres zurückzulegen, halten wir an unserem Plan fest, bis zum Campingplatz am Fuße der Torres del Paine weiterzuwandern. Mit dem Ziel, die berühmten Steintürme im Licht der aufgehenden Sonne zu sehen, erscheint uns ein Kilometer für den frühmorgenlichen Marsch als völlig ausreichend. Auf der verbleibenden Etappe laufen wir entspannt durch herbstlichen Buchenwald, überqueren mehrmals den ins Tal hinabströmenden Fluss und kommen bei den letzten über den Bergkamm kriechenden Sonnenstrahlen im Campamento Torres an.
Hier treffen wir wieder auf ein paar Menschen: Rund zehn Wanderer finden sich in der Kochecke ein, die die Tour im Gegensatz zu uns vornehmlich von Ost nach West laufen. Neben vielen Reisegeschichten wird auch noch leckere Tomatensuppe mit uns geteilt, bevor wir uns gegen 9 Uhr ins Zelt zurückziehen. Die befürchtete Kälte – immerhin befinden wir uns im Vergleich zu den gestrigen circa 30 Metern über dem Meeresspiegel, die uns bereits eine recht zapfig-kalte Nacht beschert haben, nun auf rund 600 Metern – bleibt aus, nicht zuletzt weil die Wärmflaschen wieder ihre unentbehrliche Dienste leisten. Durch die Lage im Wald ist es windstill, so dass wir an den Füßen der Torres die wohl schlafreichste Nacht verbringen.
Die Türme des blauen Himmels in Perfektion
Tag 5_Route: Campamento Torres – Mirador Torres – Portería Laguna Amarga. Distanz: 17,5 Kilometer. 2 Kilometer ohne, Rest mit Sack & Pack. Ca. 6 Stunden.

Lediglich mit heißem Tee, einer Isomatte und unseren Schlafsäcken bepackt starten wir um 7 Uhr mit dem Aufstieg zum Mirador, der sich auf 890 Metern befindet. Die angegebene Stunde benötigen wir in der Dunkelheit für die knapp 300 Höhenmeter dann doch, bis wir am Steinfeld ankommen, das den See vor den Torres umschließt. Nicht nur die gefrorenen kleinen Bäche entlang des Weges lassen uns wissen, dass die Lufttemperatur weit unter Null ist. In unserer Flasche befindet sich schon wieder Eistee. Mit Blick auf die imposanten Gesteinszacken, die stolz in den klaren, tiefblauen Himmel ragen, machen wir es uns trotzdem für rund 20 Minuten auf unserer Matte gemütlich.
Ganz können wir es leider nicht abwarten, bis die ersten Sonnenstrahlen die Torres erreichen. Bis 14 Uhr sind noch mehr als 16 Kilometer mit Gepäck zurückzulegen, um pünktlich den Bus an der Registrierungsstelle zu erreichen. So machen wir uns schnellen Schrittes auf den Weg, der – bis auf eine ordentliche Steigung nach dem Campamento Chileno – vornehmlich bergab geht. Da die Akkus unserer beiden Handys mittlerweile leer sind, spurten wir gewissermaßen zeitlos den Hang hinunter – das am Ende viel zu schnell, so dass wir bereits um 11 Uhr das Las Torres Hotel erreichen. Die letzten 7,5 Kilometer sind gemütlich auf der Zubringerstraße zum Hotel zurückzulegen, die breit und ohne größere Steigungen verläuft. So haben wir immerhin genug Zeit, uns immer wieder zum Torres del Paine Massiv umzudrehen und den schönen Ausblick hinauf zu den Türmen zu genießen, wo wir vor wenigen Stunden noch gesessen haben.
Was eine tolle Wanderung, was eine grandiose Natur, was ein perfektes Wetter! Glücklich, zufrieden und auch ein wenig stolz lassen wir uns bei Kilometer 0.0 auf den Boden sinken und freuen uns jetzt einfach nur auf eine dringend notwendige Dusche, ein leckeres Essen und ein weiches, warmes Bett.