NZ Südinsel_ Etappe 4. Southern Lakes. Lake Wakatipu & Lake Wanaka

(Ca. 250 Kilometer / 4 Tage)

Nach einem Stopp in Mossburn, das in der Mitte zwischen Te Anau und Queenstown zu einer Kaffeepause einlädt, gelangt man in die Metropole des Funsports, die auch das Ende der Southern Scenic Route markiert. Höher, schneller, weiter lautet die Devise – egal, ob man sich klassischen Extremsportarten wie Gleitschirmfliegen, Bungee-Jumpen oder Fallschirmspringen widmet oder Neues ausprobiert wie etwa die Hydrop Attack: Hier sitzt man in einer geschlossenen Kapsel, mit der man über den See rasen, ins Wasser eintauchen und senkrecht in den Himmel springen kann.

Der Lake Wakatipu – Adrenalinvergnügen vor traumhaftem Panorama

Die Kulisse für jegliche wie auch immer geartete Aktivität ist wieder mal ein wunderschöner See, der Lake Wakatipu, der mit 85 Kilometer Länge auch der Längste im Land ist. Eine der bekanntesten Attraktionen findet auch zu Wasser statt: Mit Jet-Booten, die als Antriebskraft keinen klassischen Propellermotor nutzen, sondern Wasser ansaugen und durch eine Düse knapp unter der Oberfläche hinter dem Fahrzeug wieder herauspressen, kann man den Shotover River mit rund 60 Stundenkilometer hinauf- und wieder hinunter rasen, auf Armlänge vorbei an Felsvorsprüngen und Klippen. Diese neuseeländische Erfindung, die dem ursprünglichen Zweck, flache Seen und Flüsse befahrbar zu machen, diente, ist ein beliebtes Adrenalinvergnügen, das sich auch Steffen nicht entgehen ließ und mit dem Prädikat „sehr cool“ versah.

Queenstown bietet unzählige Motels, Hotels, Restaurants und Bars, ist aber als Hotspot wenig überraschend frei von Freedom Camping Sites. So nächtigten wir eine Nacht in Reih und Glied inmitten des Zentrums in einem Holiday Park. Entschädigt – nicht, dass es wirklich nötig gewesen wäre – wurden wir mit unserem ersten, gänzlich exklusiven Freedom Camping Site am nördlichen Arm des Sees am nächsten Abend. Hier befinden sich mehrere Stellplatzoptionen zwischen See und Uferstraße, wobei wir mit dem Stony Little Creek minimal nördlich von Pigeon and Pig Island, zwei Miniinseln im See, den schönsten für uns „erobert“ haben. Bei idyllischem Seeblick gab es Fleisch und Kartoffeln vom selbstgebauten Steingrill.

Weiter ging es in Richtung Wanaka. Für die gerade einmal 67 Kilometer braucht man aber schnell mal einen halben Tag, da vielfach das Halten lohnt. Zum einen am Lake Hayes, einem kleinen See nordöstlich von Frankton, umrahmt von sanften Hügeln, wo wir uns unser Frühstück zur Mittagszeit schmecken ließen. Ein kleines Stückchen nördlich hat man die Gelegenheit, mit Arrowtown eine mustergültige Goldgräberstadt mit mehr als 50 bewahrten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert zu besuchen. Das hübsche Städtchen präsentiert sich touristisch und ist entsprechend frequentiert. Darauf heißt es wieder einmal „der Weg ist das Ziel“, indem man die Passstraße Crowne Range Road via Cardrona nimmt, anstatt dem SH6 nach Wanaka zu folgen. Der südliche Abschnitt windet sich in engen Serpentinen hinauf zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen grandiosen Blick über den Lake Hayes in Richtung Queenstown hat.

Der Lake Wanaka – Begehrter Hotspot für Kiwis und Touristen

Wenn man in Wanaka am gleichnamigen See angekommen ist und auf die Gipfel der Southern Alps blickt, die sich immer schärfer gegen die Abendsonne abzeichnen, kann man nur beipflichten: Hier will man wohnen. Wanaka ist der Ort mit den am schnellsten wachsenden Immobilienpreisen im Land. Deswegen und mangels Freedom Camping Sites bezogen wir Quartier auf einem der drei im Ort verfügbaren Campingplätze, um die Nacht darauf noch einen weiteren zu testen.

Dazwischen stand eine Wanderung zum Roys Peak (1578 m) auf unserem Programm, der seine Besucher zwei Stunden ohne Unterbrechung steil bergauf marschieren lässt. Bei dieser Wegführung sind selbst fast 1300 Höhenmeter relativ schnell überwunden. Schon früh kann man den großartigen Ausblick über den See genießen, da sich der Weg ausschließlich am Osthang, den See zu Füßen, nach oben windet. Doch die Anstrengung lohnt durchaus, mit jeder Serpentine sieht man etwas mehr des verzweigten Gewässers. Am Peak angekommen wird man zu guter Letzt mit einem der besten und sehr bekannten Blicke über den ganzen See nach Nordosten belohnt. Auch ein großartiger Fotospot am Ende eines kleinen Bergkamms befindet sich hier, der den Mensch zu wunderbaren Posen anregt. So wurden wir Zeuge von weit ausgebreiteten Armen (der Klassiker), der Yogaposition des Kranichs oder auch des Schneidersitzes.

Empfehlenswerte Camping Sites auf dieser Etappe

  • Queenstown Lakeview Holiday Park: Campingplatz mitten im Zentrum, Lage und gute Sanitäranlagen rechtfertigen den Preis und wiegen das Stehen in Reih und Glied auf
  • Little Stony Creek: Großartiger Freedom Camping Site am nördlichen Arm des Lake Wakatipu
  • Lake Outlet Holiday Park, Wanaka: Campingplatz mit tollem Blick auf den See
  • Wanaka Kiwi Holiday Park: Unspektakulärer Campingplatz mit sehr guter Infrastruktur (u.a. Free WiFi, gute Duschen, Whirlpool und Sauna, schöner Grillplatz)