Man nehme ein kleines Auto, eine schöne Küste, Traumausblicke und garniere alles mit spätsommerlicher Sonne und Wärme. Fertig ist der perfekte Roadtrip. Das und noch einiges mehr bekommt man an der Algarve in Portugal. Hier findet der Sonnenanbeter (mehr als 3000! Sonnenstunden pro Jahr) auf kleinem Raum (man will ja schließlich nicht zu viel Zeit im Auto verbringen) jede Menge schöner, Ende September/Anfang Oktober auch keineswegs überlaufene Buchten und Strände, tolle Strandbars und zahlreiche hübsche kleine Städtchen mit Restaurants, Bars und Hotels für die Abend- und Nachtstunden.
Auf unserem Weg von Lissabon an die Algarve haben wir zwei Stopps eingelegt: Die erste Nacht verbrachten wir im lediglich 40 Kilometer südlich gelegenen Sesimbra, einem netten kleinen Örtchen mit breitem Sandstrand und neu herausgeputzter Promenade. Nach einem Mittagsspaziergang im rund 160 Kilometer weiter südlich gelegenen, ebenfalls sehr gemütlichen und verschlafenen Sines, dem Geburtsort von Vasco da Gama, erreichten wir Vila Nova de Milfontes, ein hübsches Städtchen mit schönem Strand (Praia do Carol), einer perfekt für den Sonnenuntergang ausgerichteten Strandbar und guten Lokalen.
Ausgewählte Küstenhighlights von West nach Ost
Kleiner wurden unsere Etappen an der Algarve, deren Küste im Groben zweigeteilt ist: die westliche Felsalgarve, die sich zwischen dem Cabo de São Vicente und Vilamoura erstreckt, und der östliche Part, die sogenannte Sandalgarve, zwischen Faro und der Grenze zu Spanien. Wir haben uns bis auf einen schönen Spaziergang durch die menschenleere Altstadt von Faro und einem kurzen Stopp am Hafen von Olhão auf die Felsalgarve konzentriert, wo wir wunderbare Orte entdecken konnten (Auswahl!):
- Cabo de São Vicente bei Sagres – Der südwestlichste Punkt Europas mit schönen Ausblicken auf die imposante, bis zu 70 Meter hohe Steilküste, natürlich mit Leuchtturm. Wer will, kann sich auch noch die “letzte Bratwurst vor Amerika” schmecken lassen.
- Praia do Beliche – Der Abstieg lohnt! Die drei Kilometer vom Cabo de São Vicente östlich gelegene Bucht beherbergt einen wunderschönen, von mächtigen Steinwänden gesäumten Strand, für den es eben ein paar Stufen hinab zu steigen gilt. Neben dem Aus- und Anblick kann man sich das auch mit einem kühlen San Miguel oder Super Bock in der Strandbar belohnen.
- Fortaleza de Sagres – Von dem ursprünglichen Festungsbau sind nur ein paar Mauern, einzelne Gebäude sowie die alte Pfarrkirche Nossa Senhora da Graça erhalten geblieben. So waren es für uns auch weniger die alten Steine, sondern vielmehr die spektakuläre Ausblicke auf das Meer und das Cabo de São Vicente, die einen Besuch wert machen.
- Praia das Furnas – Mit ein bisschen Glück findet man zwischen Vila do Bispo und Budens die Abzweigung zum Praia das Furnas, einer schönen Bucht, in der sich ein weiter Sandstrand und angrenzende Minibuchten verstecken, die nur bei Ebbe zugänglich sind. Die Ausbuchtungen in den Kalksteinfelsen spenden bei Wunsch auch etwas Schatten, während man den Blick auf die tobende Brandung genießt. Definitiv nur was für gute Schwimmer.
- Erhöht auf einem Felsen über dieser Traumbucht liegt das wunderbare Hostel One Life Lodge mit einfachen, kleinen, aber sehr hübschen Zimmern, toller Terrasse und wie sollte es auch anders sein, einem atemberaubenden Blick über die Küste und die karge, unverbaute Steppe drumherum (bei Surfern sehr beliebt).
- Lagos – Hübsche, kachelverzierte Häuser säumen schmale Gassen, unzählige Cafés und Restaurants pflastern die Altstadt von Lagos. Sicherlich touristisch, aber definitiv besuchenswert.
- Algar Seco – Bizarre Felsformation in der Nähe des Ferienortes Carvoeiro und mittendrin ein Restaurant mit guter Karte. Vor dieser Kulisse schmeckt vermutlich alles.
- Praia da Marinha – Zwischen Portimao und Albufueria weisen einem Schilder den Weg zu diesem von pittoresken Kalksteinformationen gesäumten großartigen Strand. Und auf dem Trockenen sitzen muss dank einer netten Strandbar auch dort keiner.
- Praia da Falésia – Der weitläufige Praia da Falésia liegt östlich von Albufeira und bietet wunderschöne Felsen in ockerfarbenen, roten und weißen Farbtönen. Insbesondere am späten Nachmittag und in den Abendstunden taucht die sich neigende Sonne die Kulisse in perfektes Licht. Hier kann man auch relativ gemütlich ins Wasser waten.
One Night in Lisbon
Ausgangs- und Endpunkt unserer Reise war Lissabon, eine ganz wundervolle Stadt, die jeden Besuch wert ist. So haben wir dieses Mal zumindest unseren letzten Abend dort verbracht. Man liest immer wieder, Lissabon zähle zu den europäischen Städten mit einem der besten Nachtleben. Wir können das in nunmehr drei Aufenthalten bestätigen: Wer Livemusik und eher kleine Bars und Läden mag, wird in den engen Gassen des Bairro Alto auf seine Kosten kommen. Zwischen dem ganz unprätentiösen Barhopping in Jeans und Chucks steht man einfach, teils dichtgedrängt, auf den Straßen und genießt die Wärme der Nacht mit einem (nicht teuren, oft beachtlich großen) Cocktail oder Bier in der Hand. Gen zwei, drei Uhr nachts verlagert sich das partyfreudige Volk dann berg- bzw. besser gesagt hügelabwärts zum Hafen, um hier bis in die Morgenstunden in und vor den Clubs der Stadt weiterzufeiern.
Lange Rede… ein wunderschönes Urlaubsziel! Da sich das aber schon ein wenig herumgesprochen hat, ist man mit der Spät- oder Nebensaison gut beraten.