Sri Lanka-Etappe 3. Nach einem Zwischenstopp für ein leckeres Mittagessen (deftig gefüllte Roti) in Ella, ein touristisches, aber hübsch in den Bergen gelegenes Städtchen, das viele Restaurants, Bars und Hostels für Backpacker bietet, brechen wir noch am selben Tag in einem bequemen Kleinbus nach Kirinda an der Südküste auf. Die dazwischenliegende, rund 120 Kilometer lange Strecke bietet naturtechnisch viel Abwechslung: Los geht es in hügeligem Grün bei vergleichsweise frischen 20 Grad, die Fahrt endet in einer savannenartigen, trockenen Landschaft. Das Thermometer klettert schnell auf 35 Grad.
Für unsere Safari im Yala-Nationalpark, dem ältesten Naturschutzgebiet Sri Lankas, gilt es ein weiteres Mal früh aufzustehen: Hier ist die Abfahrt für 5 Uhr anberaumt, um sich dann erst einmal in einer Jeep-Kolonne in den Park zu stauen. Wenn auch nur circa ein Fünftel der 1500 Quadratkilometer der Fläche für Touristen zugänglich sind, verstreut sich die Blechkolonne dann aber wieder erstaunlich gut. Allerdings nur so lange, bis sich die begehrten Objekte einer solchen Tour blicken lassen: Wir haben das große Glück neben Büffeln, allerlei Vögeln, Krokodilen und Hirschen auch einen Leoparden zu sehen, der sich für uns dann noch fototechnisch großartig in der aufgehenden Sonne in Szene setzt. Ein weiteres Highlight ist eine Elefantenherde, die wir mehr als eine Stunde beim Baden beobachten können. Mit einigen Jungtieren, die im Wasser unaufhörlich vornüber kippen und unbeholfen Tauchversuche unternehmen, ein wirklich unterhaltsames Spektakel.
Sri Lanka-Etappe 4. Nun steht erst einmal Strand, Sonne und süßes Nichtstun auf unserem Programm, wofür wir drei Tage in Mirissa, einen Tag in Unawatuna und einen weiteren in Hikkaduwa verbringen (von A nach B reist man hier mit dem Bus).
Mirissa liegt an einem wunderschönen halbmondförmigen, nahezu menschenleeren Strand, der von Palmen gesäumt ist. Mit dieser Traumkulisse und unserem einfachen, aber sauberen Hostel (10 Euro/Nacht; Waschbeckenunterbauten 18 Euro), das leckeres Essen, noch leckerere Cocktails und einen tollen Service in seinem Strandrestaurant bietet, sind wir in unserem persönlichen Urlaubsparadies angekommen. Wie auch im Nachbarörtchen Weligama können hier die bekannten Stelzenfischer, die auf wackeligen Holzkonstruktionen mitten im Meer sitzen, bei ihrer Arbeit beobachtet werden.
Unawatuna, das ebenfalls in einer schönen kleinen Bucht gelegen ist, ist touristisch entschieden weiter erschlossen, das das Angebot an Restaurants und Bars größer, aber auch den Strand voller macht – immer wieder auch umrahmt von Jetski-Lärm. So lautet unser Projekt für den nächsten Tag “einsame Bucht nur für uns zwei”. Mit Roller ausgestattet fahren wir gen Norden vorbei an jeder Menge toller Strände (die allerdings unmittelbar an der Straße liegen), um letztlich an einem Hotelstrand in Beruwala Baden zu gehen. Nichtsdestotrotz ein schöner Ausflug, der auf der kurvigen Küstenstraße mit Traumausblicken auch jede Menge Fahrspaß bietet – vorausgesetzt man behält beim ungewohnten Linksverkehr sowie dem rasenden Gegenverkehr, der nicht selten aufgrund todesmutiger Überholmanöver einem auf der eigenen Fahrbahn entgegenkommt, die Ruhe.
Der lange, weite Strand in Hikkaduwa ist wiederum menschenleer, die Strömung allerdings in den Sommermonaten so stark, das es einem schon mal die Füße beim wadentiefen Fußbad wegziehen kann. Zudem ist der Ort, der leider auch etwas unschöne Hotelbunker aufweist, die teils ihrem Verfall überlassen werden, nach wie vor stark von den Folgen des Tsunamis von 2004 gezeichnet.
Zwischen Unawatuna und Hikkaduwa wartet die Küste Sri Lankas mit einem weiteren Highlight auf: Galle, deren auf einer Landspitze gelegene herausgeputzte Altstadt samt Festung ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ein etwa drei Kilometer langer Spaziergang auf den wuchtigen Festungsmauern, die vor mehr als 350 Jahre alt aus Granitsteinen und Korallen erbaut wurde, bietet einem bei angenehmer Meeresbrise Traumausblicke auf Meer und Stadt. An der Westspitze trifft man dann noch auf eine Horde Jugendlicher, die sich – gerne gegen ein wenig Trinkgeld – akrobatisch in die Tiefe stürzen.
Unser Fazit: Auf einer Fläche, die kleiner als Bayern ist, bietet Sri Lanka ein tolles Urlaubsziel, das gut in 14 Tagen bereist werden kann. Drei Wochen (und mehr) wären natürlich auch hier perfekt, um dem großartigen Mix aus einzigartigen Kulturstätten, artenreicher Flora und Fauna sowie den Traumstränden ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit schenken zu können.